Ein Vorbildprojekt für die ganze Region planen die Gemeinden Heede und Dersum in der Samtgemeinde Dörpen: ein interkommunales Industriegebiet mit einem integrierten Technologiepark für erneuerbare Energien. Der sogenannte Green Energy Park, soll im Bereich der Anschlussstelle Dörpen/Heede an der Autobahn A 31 entstehen. Drei Unternehmen haben bereits Flächen gekauft.

Lageplan
Auf rund 24 Hektar entsteht der Green Energy Park. Die ersten Unternehmen haben sich bereits angesiedelt.

Insgesamt haben bisher zwölf Hektar der rund 24 Hektar großen Industriefläche einen Abnehmer gefunden. „Das ist, betrachtet man die Erschließung, die erst Ende 2012 beendet wird, schon eine gute erkaufsquote“,
sind sich die Bürgermeister Antonius Pohlmann aus Heede und Hermann Schwarte aus Dersum einig. Und da sich das Konzept auf den wachstumsstarken Markt der erneuerbarenEnergien konzentriere, rechnen die Verantwortlichen bald auch mit der Vermarktung des gesamten Gebietes. Die Gemeinde Heede hatte schon vor einiger Zeit die Ausweisung der Fläche als Industriegebiet geplant – ein entsprechender Bebauungsplan
ist seit etwas mehr als einem Jahr rechtskräftig. Mit der Nachfrage der Dersumer Firma Mithras Anlagenbau nach Ansiedlungsflächen wurde es zum Gemeinschaftsprojekt der beiden Gemeinden. Zwar hatte Mithras nach eigenen Angaben auch attraktive Ansiedlungsangebote aus anderen Standorten erhalten, aber die Verwurzelung im Emsland und die guten Erfahrungen am Standort, die die beiden Gesellschafter der Mithras Anlagenbau GmbH mit ihren Unternehmen Hero Glas Veredelungs GmbH und Kanne Energies GmbHgesammelt haben, ließ das Los auf den Standort an der A 31 fallen. Damit war der Weg für das interkommunale Industriegebiet geebnet. 3,3 Hektar Fläche hat das Unternehmen bereits erworben, rund 50 Arbeitsplätze sollen neu entstehen. Das Flächenangebot in dem zu erschließenden Gebiet soll sich in erster Linie an Unternehmen aus dem Markt der erneuerbaren Energien richten – in diesem Kontext soll Mithras aus Sicht der Initiatoren des neuen Gewerbegebietes als Leuchtturm fungieren. Ziel ist es, andere Unternehmen aus der Branche der erneuerbaren Energien in den Green Energy Park zu holen, sodass im Verbund Synergieeffekte entstehen. „Gleichzeitig wird in diesem Industriegebiet die elektrische und wärmetechnische Energieversorgung durch regenerative Energien sichergestellt“, erklärt Heinz-Hermann Ross, Geschäftsführer der Hero Glas, die nicht nur Gesellschafterin der Mithras Anlagenbau GmbH ist, sondern gleichzeitig auch ein eues Unternehmen im Green Energy Park an den Markt bringt: die Tochtergesellschaft Hero Solar. „Ein Hauptträger der Energieversorgung soll eine innovative Windkraftanlage sein. Durch die relativ hohe Windgüte in ieser Region stellt diese Technologie eine breite Versorgung sicher. Um die Kontinuität weiter zu erhöhen, ist ein Joint Venture mit einem Windkraftanlagenhersteller, der Mithras Anlagenbau GmbH, und einem Energieversorger geplant“, so Ross. Hero Solar will ebenfalls 3,3 Hektar Fläche im Industriegebiet kaufen –15 Mitarbeiter sollen einen neuen Arbeitsplatz finden und Produkte im Bereich der gebäudeintegrierten Photovoltaik herstellen und vermarkten. Die ebenfalls in Gründung befindliche Indulighting GmbH, eine Tochtergesellschaft der Kanne Energies GmbH, will sich darüber hinaus im Bereich energiesparender LED-Lichttechnik etablieren. „Wir planen den Kauf von 3,3 Hektar Fläche. Und wir wollen zu Beginn zunächst vier Arbeitsplätze schaffen, deren Anzahl sich längerfristig sicherlich weiterentwickelt“, kündigt Geschäftsfüher Hermann Kanne-Hunfeld an.
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung planen auch die Verantwortlichen in der Samgemeinde schon weiter: „Langfristig gibt es Pläne, das Industriegebiet westlich in Richtung Niederlande zu erweitern“, kündigt Samtgemeindebürgermeister Hans Hansen an. Sollte die Bundesstraße 401 zur Anbindung an das überregionale niederländische Straßennetz verlängert werden, sei sogar die Ausweitung zu einem länderübergreifenden Industriegebiet zusammen mit den niederländischen Nachbargemeinden möglich. Die Kosten für die Erschließung des fast 24 Hektar großen Geländes wurden mit rund 1,3 Millionen Euro kalkuliert. Dabei stellen die Hauptkostenpunkte die Erstellung einer Straße mit einer Gesamtlänge von circa 500 Metern für die innere Erschließung des Gebietes und die Herstellung eines Straßenknotenpunktes an der Landesstraße 50 dar. Zusätzlich sind Baumaßnahmen für die Sicherstellung der Oberflächenentwässerung und für den Anschluss an das Abwassernetz der Samtgemeinde Dörpen erforderlich. Die Erschließung soll noch bis Ende
2012 andauern. (Quelle: Meike Kluska, Wirtschaftszeitung

Info: In direkter Nachbarschaft zum Green Energy Park plant die Firma Tennet Offshore aus Bayreuth den Bau eines Umspannwerkes für Strom aus Offshore-Windparks in der Nordsee. Geplant ist, den Strom auf einer Plattform in der Nordsee zu sammeln und über ein Seekabel an Land zu bringen. In Heede wird der Strom dann umgespannt und in die bestehende Freileitung eingespeist.